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Die Raserei wird auch für Polizisten immer gefährlicher

Die Raserei wird auch für Polizisten immer gefährlicher

Donnerstagmorgen, Clayallee Ecke Bernadottestraße. Der Fahrer eines VW Golf ist auf der Flucht vor der Polizei gegen eine Laterne gefahren und hat das Zivilfahrzeug der Beamten ebenfalls beschädigt Foto: spreepicture

Von Gunnar Schupelius

Die hemmungslose Raserei auf Berlins Straßen gefährdet nicht nur Radfahrer und Fußgänger, sondern zwingt die Polizei zu immer riskanteren Verfolgungsfahrten.

Illegale Autorennen oder einfach nur extrem überhöhte Geschwindigkeit sind eine Plage in dieser Stadt. Für Radfahrer und Fußgänger werden hochmotorisierte Limousinen zur Gefahr für Leib und Leben. So wie für Sait T. (67), der in der Nacht zum 26. Juni auf der Hermannstraße von einem 585-PS-Mercedes erfasst wurde und noch an der Unfallstelle starb.

Im Jahr 2023 haben die Berliner Staatsanwälte in 811 Fällen Ermittlungen gegen Raser eingeleitet. In den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es schon rund 250. Und das sind nur die polizeibekannten Fälle von gemeingefährlichem Autofahren.

Die Raserei zwingt Polizisten zu immer mehr Verfolgungsfahrten, bei denen sie sich selbst in Gefahr bringen. Zwei Beispiele:

► Am Donnerstag früh gegen fünf Uhr umging der Fahrer eines schwarzen VW Golf eine Polizeikontrolle auf dem Hohenzollerndamm und raste in Richtung Süden. Auf der Clayallee verlor er in einer Linkskurve die Kontrolle über sein Fahrzeug und raste über den Fahrrad- und Gehweg gegen eine Laterne. Dabei beschädigte er auch noch das Fahrzeug von Zivilpolizisten, die ihn verfolgt hatten.

► In der Nacht zum Mittwoch beobachteten Polizisten in Lichterfelde an der Unterführung Unter den Eichen/Drakestraße ein deutlich zu schnell fahrendes Auto. Als sie den Wagen anhalten wollten, gab der Fahrer Gas und raste bis zum S-Bahnhof Rathaus Steglitz. Dort sprang er aus dem noch fahrenden Wagen, der ein Polizeifahrzeug rammte – und konnte schließlich festgenommen werden.

Immer wieder wird in den Polizeimeldungen erwähnt, dass Polizisten, die eine Straßensperre zur Kontrolle errichtet haben, nur mit einem Sprung zur Seite ihr Leben retten konnten, weil ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit auf sie zuhielt, um die Sperre zu durchbrechen.

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Und auch im ganz normalen Straßenverkehr ist es nicht ungefährlich, zum Beispiel, wenn eine Ampelanlage ausfällt und die Kollegen den Verkehr von Hand regeln müssen. Früher wurden dann große turmartige Podeste herangefahren, auf die der Polizist stieg und gut sichtbar war. Noch früher trug er dort oben einen weißen Mantel und war besonders gut zu erkennen.

Heute bekommen die Beamten kein Podest mehr, sie stehen mitten im Gewühl der fahrenden, stehenden und abbiegenden Autos und sind nur schwer zu erkennen. Dann gibt es auch noch Autofahrer, die meinen, sie könnten das Handzeichen des Polizisten ignorieren und weiterfahren.

Ganz ehrlich: Ich möchte nicht auf auf einer solchen Kreuzung stehen, während die Autofahrer respektlos und viel zu schnell um mich herumkreuzen. Die Polizeigewerkschaft GdP fordert mehr Reflektoren an der Dienstkleidung, ähnlich wie an den Uniformen der Feuerwehr. Warum gibt es die nicht längst?

Seit Oktober 2017 werden illegale Autorennen als Straftat verfolgt und nicht mehr als Ordnungswidrigkeit wie zuvor. Das war der erste wichtige Schritt. Doch es muss noch mit viel härteren Strafen gegen diejenigen vorgegangen werden, die mit ihrem Auto zur tödlichen Gefahr für andere werden.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: [email protected]

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Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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