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„Es ist nicht hilfreich“: Die Debatte um Manuel Neuer dauert an

„Es ist nicht hilfreich“: Die Debatte um Manuel Neuer dauert an

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„Es ist nicht hilfreich“: Die Debatte um Manuel Neuer dauert an

Beim Auftakt gegen Schottland leistete sich Manuel Neuer keinen Fehler. Er bekam aber auch nicht die Gelegenheit dazu. Die Diskussionen um ihn nehmen dennoch nicht ab.

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Als der Ball über die Arme von Manuel Neuer hinweg flog und im Netz einschlug, war er machtlos. Trotzdem ärgerte sich der deutsche Nationaltorhüter sichtlich über den Gegentreffer und gestikulierte mit den Armen in Richtung seiner Mitspieler. Kein Wunder, schließlich war es die einzige Offensivaktion der schottischen Fußballer beim Eröffnungsspiel am Freitag gewesen. Dass der Freistoß direkt zu einem Tor führte, missfiel Neuer, aber auch dem deutschen Eigentorschützen Antonio Rüdiger.

Das Auftaktspiel gegen Schottland bot dem 38-jährigen Spieler des FC Bayern somit keine Möglichkeit, der anhaltenden Torwartdebatte die Grundlage zu entziehen. Zumindest nicht insofern, als dass er mit guten Paraden oder Reflexen Argumente für sich hatte finden können. Trotzdem sei es für ihn persönlich „ein wirklich guter Start gewesen“, meinte Neuer am Montag in Herzogenaurach. „Es war auch wichtig, wie wir stehen und dass wir uns in der Defensive ein gutes Gefühl geholt haben. Und trotzdem bin ich ja Bestandteil der Mannschaft und habe den Sieg mitgefeiert.“

Obwohl das Spiel gegen Schottland auch keinen weiteren Zündstoff für die Diskussion um die deutsche Torwartposition geliefert hatte, hört sie nicht auf. Die Frage in der Öffentlichkeit, wie fehleranfällig Neuer dieser Tage ist, wurde höchstens aufgeschoben. „Wenn wir jetzt überall anfangen, Diskussionen aufzumachen, hilft uns das nicht“, gab Neuer zu bedenken.

Intern macht Neuer aber keine Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit aus. Er verspüre sowohl von Bundestrainer Julian Nagelsmann und seinem Trainerteam als auch seinem ärgsten Konkurrenten, Marc-André ter Stegen, großen Rückhalt. „Es ist immer wichtig für eine Mannschaft, dass man zusammenhält. Und es macht Spaß, mit der Torwartgruppe zusammen zu trainieren und da auch immer alles auf dem Platz zu geben, weil man sich dann gegenseitig pusht.“

Ungarn ist deutlich offensiv stärker als Schottland

Der andauernden Torhüterdebatte kann Neuer am Mittwoch im zweiten Gruppenspiel gegen Ungarn (18 Uhr, ARD) möglicherweise ein Ende bereiten. In Stuttgart kommt auf die deutsche Nationalelf ein deutlich offensiv stärkeres Team zu, das auch Neuer das ein oder andere Mal fordern wird.

Wir werden Ungarn nicht unterschätzen.

Manuel Neuer, Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft

Nach der 1:3-Niederlage gegen die Schweiz am vergangenen Samstag steht die Mannschaft von Trainer Marco Rossi unter Zugzwang. „Klar, die Schweizer haben sich sehr gut durch kombiniert und hatten viele tolle Möglichkeiten. Und dennoch war es in der zweiten Halbzeit auch so, dass Ungarn eine sehr starke Druckphase hatte und dem Tor immer näher gewesen ist als die Schweizer“, blickte Neuer voraus. Das sei für ihn und seine Teamkollegen ein großes Warnsignal. „Wir werden sie nicht unterschätzen.“

Gegen Ungarn dürfte es nicht nur auf die Stärken der deutschen Nummer eins auf der Linie ankommen, sondern auch auf seine Kommunikationsfähigkeit. Auch gegen Schottland suchte Neuer immer wieder den Kontakt zu seinem Trainer, um sich abzustimmen. Ein Schritt, den er ter Stegen möglicherweise voraus ist. „Das mit dem Trainer ist entscheidend für uns, damit wir Kleinigkeiten umstellen oder verbessern können.“ Neuer sieht sich dabei als verlängerten Arm von Nagelsmann.

Für den 38-Jährigen, der derzeit sein achtes großes Turnier als Nummer eins im DFB-Tor seit der WM 2010 bestreitet, wird das Duell mit Ungarn zugleich eine Möglichkeit, den EM-Rekord der italienischen Torhüterlegende Gianluigi Buffon einzuholen. Buffon, der seine aktive Karriere im vergangenen Sommer beendet hat, kann ein EM-Spiel mehr (17) vorweisen. „Das hört sich auf jeden Fall gut an“, sagte Neuer. Wichtiger sei ihm aber der Erfolg mit der Mannschaft. Und ein Stück weit wohl auch eine gute eigene Leistung, die die Kritiker erstmal wieder verstummen lassen würde.

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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