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Bei dem DDR-Geheimdienst arbeiteten Zehntausende hauptamtlich – freiwillig und aus Überzeugung drangsalierten sie ihre Mitbürger. Was waren ihre Beweggründe und was sagen sie heute dazu?
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Aus einem Versteck heraus hatte am 29. März 1974 ein Stasi-Mitarbeiter den Polen Czesław Kukuczka am Grenzübergang Friedrichstraße erschossen – 50 Jahre später steht er dafür vor Gericht und bestreitet die Tat.
Die „Stasi“ war das Ministerium für Staatssicherheit (MfS): Dem DDR-Geheimdienst schlossen sich 78.0000 hauptamtliche Mitarbeitende aus freien Stücken an – anders als inoffizielle Mitarbeiter (IM), die oft dazu gezwungen wurden. Doch was bewegte sie dazu? Der Soziologe Uwe Krähnke von der Medical School Berlin hat mit ihnen gesprochen.
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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de
Als ehemalige Stasi-Mitarbeiter könnten sie wichtige Einblicke in ihre Beweggründe liefern. Es ist faszinierend zu erfahren, warum Menschen sich freiwillig für solch eine grausame Institution entschieden haben und wie sie heute damit umgehen.
Als ehemalige Stasi-Mitarbeiterin war ich entsetzt über die Enthüllungen in dem Interview. Es ist erschreckend, wie wenig Unrechtsbewusstsein einige Kollegen zu haben scheinen. Diese Geschichte zeigt erneut die dunklen Seiten unserer Geschichte, die wir nie vergessen dürfen.
Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Menschen ohne jegliches Unrechtsbewusstsein anderen schaden können, wenn sie aus Überzeugung handeln. Solche Interviews helfen hoffentlich dabei, die Beweggründe dieser Menschen besser zu verstehen.
Als ehemalige Bewohnerin Ostdeutschlands bin ich sehr schockiert über die Berichte von Ex-Stasi-Mitarbeitern. Es ist beängstigend zu hören, dass einige von ihnen noch heute keine Reue zeigen. Es ist wichtig, dass solche Interviews geführt werden, um die dunklen Kapitel der Geschichte aufzudecken und zu verstehen.
Was trieb die Ex-Stasi-Mitarbeiter dazu, ihre Mitbürger zu drangsalieren? Haben sie heute ein Unrechtsbewusstsein?