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Jonas Lietz und seine Partnerin haben das ungewöhnlichste aller Familienmodelle gewählt: Sie ist in Vollzeit erwerbstätig, er gar nicht. Seine Aufgaben: die vier Kinder und der Haushalt.
Von Daniela Martens
Da ist er Hunderte Kilometer gefahren und hat seine Frau – ausnahmsweise – mit den vier Kindern allein gelassen und nun das: Wieder einmal sitzen fast nur Mütter um ihn herum, so wie sonst täglich auf dem Spielplatz. „Ich bin seit acht Jahren Vollzeitpapa und sehne mich nach anderen Vätern“, sagt Jonas Lietz in die Runde. Eigentlich hätte es gute Chancen dafür gegeben, hier und jetzt mehr Männer zu treffen als sonst auf dem Spielplatz, schließlich sitzt Lietz an einem Dienstagvormittag in einem Workshop mit dem Titel „Väter neu entdecken – mehr Augenhöhe im bedürfnisorientierten Elternsein“. Und doch gibt es außer ihm und Workshopleiter Carsten Vonnoh nur zwei weitere Männer in der Runde im „Palais am See“ in Berlin-Tegel. Dazu ein Dutzend Frauen.
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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de
Warum sind so wenige Männer interessiert an Workshops wie diesem zur Väterrolle? Ist das gesellschaftlich noch immer ein Tabuthema?
Das ist meiner Meinung nach ein komplexes Thema. Viele Männer werden leider immer noch von traditionellen Rollenbildern geprägt und fühlen sich in solchen Workshops nicht verstanden oder unterstützt. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft offener über diese Themen sprechen und Männer dazu ermutigen, sich aktiv mit ihrer Vaterrolle auseinanderzusetzen.
Faszinierender Artikel! Wie haben die Kinder auf die unkonventionelle Rollenverteilung reagiert? Gab es Herausforderungen oder wurden sie von Anfang an akzeptiert?