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Passivität und fehlende Effizienz: Der 1. FC Union befindet sich im freien Fall

Passivität und fehlende Effizienz: Der 1. FC Union befindet sich im freien Fall

© imago/RHR-Foto/IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO

Passivität und fehlende Effizienz: Der 1. FC Union befindet sich im freien Fall

Der Fußball-Bundesligist Union Berlin ist nach der Niederlage in Köln so nah dran am Abstieg wie lange nicht mehr. Trainer Grote lässt sich die Zuversicht trotzdem nicht nehmen.

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Rani Khedira war außer sich vor Wut und kaum zu beruhigen. Der Spieler des 1. FC Union hatte gerade den Elfmeterpfiff gegen sich und zusätzlich die fünfte gelbe Karte erhalten, nachdem er Timo Hübers vom 1. FC Köln im Strafraum in Folge einer Ecke umgerissen hatte. Doch Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte kein Erbarmen, sondern wies ohne Zögern auf den Punkt.

„Ich habe jetzt dreimal mit Herrn Aytekin gesprochen und das ist auch alles in Ordnung. Aber mein erster Eindruck ist schon, dass das ein Foul an Rani Khedira ist“, sagte Unions Interimstrainer Marco Grote nach dem Spiel.

Damit meint Grote den Block von Kölns Denis Huseinbasic gegen Khedira, wodurch dieser zu Fall kam und trotzdem Hübers nicht losließ. Es war die entscheidende Szene, dass Köln nach dem 0:2-Rückstand durch den Treffer von Florian Kainz vom Punkt ins Spiel zurückfand. „Ich hatte Zweifel. Da gehen die Köpfe erstmal runter, weil man auch aus einer Negativspirale kommt. Aber mit dem Anschlusstreffer vor der Pause haben wir es doch nochmal spannend gemacht“, sagte Hübers.

Im Nachgang ist die getroffene Entscheidung Aytekins zumindest strittig, trotzdem habe seine Mannschaft die Führung nicht derart aus der Hand geben dürfen, so Grote. „Klar hilft es dann dem FC Köln kurz vor der Halbzeit“, sagte Grote. „Deswegen führen wir immer noch 2:1 und müssen es natürlich nicht komplett aus der Hand geben. Das haben wir aber Stück für Stück getan in der zweiten Halbzeit, da müssen wir uns an die eigene Nase fassen.“

Passivität und fehlende Effizienz: Der 1. FC Union befindet sich im freien Fall

Die Situation vor dem Elfmeter, die auf Seiten der Unioner für viel Ärger sorgte. 

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Durch die späte 2:3-Niederlage in Köln am Samstag steht Union nun am letzten Spieltag vor einem echten Endspiel. Denn nicht nur Köln sammelte wichtige Punkte im Abstiegskampf, auch die Konkurrenz konnte Zählbares mitnehmen. Borussia Mönchengladbach erkämpfte zu Hause gegen Eintracht Frankfurt einen Punkt (1:1) und der FSV Mainz 05 schlug Borussia Dortmund im Abendspiel am Samstag eindrucksvoll mit 3:0.

Damit sind die Köpenicker auf den Relegationsplatz abgerutscht und haben drei Punkte Vorsprung auf Köln bei einem um drei Tore besseren Torverhältnisses. Der Rückstand auf Mainz beträgt zwei Punkte, die Rheinhessen haben allerdings das deutlich bessere Torverhältnis. Davor liegen der VfL Bochum mit 33 und Gladbach mit 34 Punkten. Derweil könnte Bochum im Abendspiel gegen Bayer Leverkusen aber noch weiter davonziehen.

Union braucht Unentschieden, um direkten Abstieg sicher zu verhindern

Wenn Union am Samstag im Stadion An der Alten Försterei den SC Freiburg empfängt, braucht die Mannschaft von Grote also ein Unentschieden, um den direkten Abstieg zu verhindern und einen Sieg, um die Relegation zu umgehen. „Am Ende habe ich nach wie vor die Zuversicht, ganz sicher sogar den Glauben und die Überzeugung und auch das Vertrauen in diese Mannschaft“, gab sich Grote optimistisch. „Dass es jetzt heute gerade so lief, fühlt sich ein Stück weit relativ an, aber das ändert ja nichts an unserem Vorhaben.“

Am Ende habe ich nach wie vor den Glauben und das Vertrauen in diese Mannschaft.

Marco Grote, Interimstrainer des 1. FC Union

Durch den Sieg von Mainz hat sich die Lage von Union dennoch deutlich verschlechtert und gerade die Leistung in der letzten Viertelstunde zeugte nicht von großer Stabilität. Zwar hatte sich der Sieg Kölns nicht wirklich durch ein Plus an Chancen angedeutet, die Berliner verfielen dennoch nach und nach in eine zu große Passivität. Weder das Anlaufverhalten vorne, noch die Zweikampfführung hinten waren von der nötigen Aggressivität geprägt.

Beim Ausgleichstreffer hatte zunächst Marc Uth mit seinem Abschluss im Strafraum viel zu viel Platz, beim anschließenden Kopfball von Steffen Tigges zeigte sich das gleiche Bild. Als Danilho Doekhi kurz vor Schluss Linton Maina nur Geleitschutz gewährte, ihn an der Hereingabe, die zum Treffer durch Damion Downs führte, aber nicht hinderte, passte das zu Unions Leistung in der Defensive.

Hinzu kommt bei den Köpenickern in dieser Saison die fehlende Effizienz vorm Tor, die im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit deutlich nachgelassen hat. Union ist nach wie vor das ungefährlichste Team in der Rückrunde und vergab auch in Köln zwei große Chancen kurz vor Schluss. Vor dem Ausgleich köpfte Robin Gosens nur an die Latte und unmittelbar vor dem Siegtreffer Kölns hatte Andras Schäfer die erneute Führung auf dem Fuß.

Marco Grote wollte sich seinen Optimismus trotz allem nicht nehmen lassen: „Ich habe da nach wie vor Bock drauf. Es ist eine tolle Gruppe und sie hat Qualität.“ Es gehe nun darum, sich schnell wieder aufzurichten. „Und dann gehen wir es nächste Woche gegen Freiburg an.“

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

2 Kommentare
  1. Sophie92 sagt

    Warum hat Rani Khedira den Elfmeterpfiff gegen sich erhalten? War das wirklich ein Foul?

  2. Anna_Müller sagt

    Warum konnte der 1. FC Union nicht effektiver reagieren, um den Abstieg zu vermeiden?

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