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Wenn die „Kleinen“ flügge werden: Was sie alles mitnehmen, wenn sie ausziehen

Das leere Nest: Was die „Kinder“ alles mitnehmen, wenn sie ausziehen

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Das leere Nest: Was die „Kinder“ alles mitnehmen, wenn sie ausziehen

Jeder bekommt ein Päckchen mit, wenn er oder sie auszieht, die Welt zu erobern. Aber das muss nicht heißen, dass das Leben damit vorherbestimmt ist.

Eine Kolumne von

Jetzt ist also auch der Jüngste ausgezogen. Das einst so enge Nest ist leer. Niemand mehr da, den man ans Aufräumen, Müllwegbringen oder Wäschewaschen erinnern kann. Außer sich selbst. Und in der jetzt so stillen Wohnung wird der Gedanke laut: Haben wir dem Nachwuchs mitgegeben, was er da draußen für ein glückliches Leben braucht? Was immer es auch sein mag, was dafür nötig ist?

Immerhin, die biologische Grundausstattung haben wir, die Eltern, großzügig zur Verfügung gestellt. Er sitzt und spricht. Und auch darüber hinaus haben mutterns und vaterns zusammengewürfelte Gene einem ganz passablen Schulabschluss zumindest nicht im Wege gestanden.

Gene und Umwelt

Aber welche Spuren hat es hinterlassen, dass man nicht immer Zeit hatte – zum Fußballspielen, zum Trösten, zum Weitergeben mehr oder minder wichtiger Lebensweisheiten? Welchen Einfluss hatte die Wahl der Kita, der Schule, die Zeit im Ausland? Und wird er in dieser Gesellschaft klarkommen, obwohl die despotischen Eltern keinen Fernseher, das Smartphone erst mit 14 und die Playstation nur dosiert zuließen?

Wie man es auch dreht und wendet, Eltern prägen ihre Kinder. Sie tun es über die Gene, die sie ihnen mitgeben, über die Erziehung und über die Umweltbedingungen, die sie (und die Gesellschaft) ihnen schaffen. Was sich davon im späteren Leben positiv oder negativ auswirkt, vermag indes niemand zu sagen. Denn selbst ein genetisches Handicap oder das strenge Elternhaus muss kein ewig nachwirkender Fluch, sondern kann auch Ansporn, Quell für Kreativität oder eine besondere Gabe sein. Das Leben ist nicht vorherbestimmt.

Die Erfahrung überformt das Erbe

Zwar lassen sich Kindheitserlebnisse nicht immer so einfach abstreifen. Einigen Studien zufolge werden Gene bei Kindern, die Traumata durchleiden mussten, auch noch im Erwachsenenalter anders abgelesen. Ihre „Epigenetik“ ändert sich also. Überraschend ist das aber nicht, denn so ziemlich alles, was den Körper beeinflusst, ändert die Epigenetik, das Zusammenspiel der Gene, denn sie bestimmen, wie der Körper auf Umwelteinflüsse reagiert.

Und das bedeutet auch: Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich ein Stück weit freizuschwimmen, seine Prägungen zu nutzen oder hinter sich zu lassen auf dem Weg ins eigene Leben. Also, Jüngster, do it your way.

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

4 Kommentare
  1. Lisa_1985 sagt

    Als Mutter eines ausgezogenen Kindes kann ich nur sagen, dass es wichtig ist, dass wir unseren Nachwuchs mit den richtigen Werten und Fähigkeiten ausgestattet haben. Gene und Umwelt spielen eine Rolle, aber letztendlich prägen wir als Eltern maßgeblich die Entwicklung unserer Kinder. Es bleibt zu hoffen, dass sie gut gerüstet sind für das Leben da draußen.

  2. LisaMüller sagt

    Als Mutter kann ich sagen, dass die Kindheitserziehung eine große Rolle spielt, aber auch die Gene und die Umgebung. Es ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren, die das Leben unserer Kinder beeinflussen.

  3. Lena92 sagt

    Als Mutter eines erwachsenen Sohnes kann ich definitiv sagen, dass wir Eltern zwar den Grundstein legen, aber das eigene Glück und Erfolg im Leben letztendlich in den eigenen Händen liegen. Es ist wichtig, Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Kinder zu haben und sie auch mal Fehler machen zu lassen, um daraus zu lernen. Ich bin stolz darauf, was mein Sohn bereits erreicht hat und freue mich darauf, ihn auf seinem Weg weiterhin zu unterstützen.

  4. Marie94 sagt

    Als Mutter eines nun ausgezogenen Kindes kann ich sagen, dass es einer der stolzesten, aber auch schwierigsten Momente im Leben eines Elternteils ist. Man hofft, dass man dem Nachwuchs alles mitgegeben hat, was er für sein eigenes Glück braucht, aber gleichzeitig hinterfragt man jede Entscheidung, die man in der Erziehung getroffen hat. Es ist eine Achterbahn der Gefühle, die man nur versteht, wenn man selbst davon betroffen ist.

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