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Wachstumsschwäche dauert an: „Wirtschaftsweise“ senken Konjunkturprognose für 2024

Wachstumsschwäche dauert an: „Wirtschaftsweise“ senken Konjunkturprognose für 2024

© dpa/Bernd von Jutrczenka

Update Wachstumsschwäche dauert an: „Wirtschaftsweise“ senken Konjunkturprognose für 2024

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht richtig in Schwung. Die „Wirtschaftsweisen“ passen ihre Prognose an. Intern gibt es erneut Streit in dem Gremium.

Die „Wirtschaftsweisen“ haben ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr gesenkt. Wie das Beratergremium der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin mitteilte, wird nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent gerechnet – im vergangenen Herbst hatte es noch ein Wachstum von 0,7 Prozent prognostiziert. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.

Im vergangenen Herbst hatten die Sachverständigen für 2024 noch ein Wachstum von 0,7 Prozent prognostiziert. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft werde von einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage geprägt, teilte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit.

Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft werde von einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage geprägt, teilte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit. „Die privaten Haushalte konsumieren aktuell noch zurückhaltend, die Industrie und die Baubranche verzeichnen nur geringfügig neue Aufträge“, sagte Ratsmitglied Martin Werding. Erwartet werde aber, dass die deutsche Wirtschaft im Verlauf des Jahres 2024 etwas an Fahrt gewinne. Der private Konsum beginne voraussichtlich im Jahresverlauf die Konjunktur zu stützen, da die Realeinkommen deutlich steigen dürften.

Auch die Bundesregierung rechnet nur mit einem Mini-Wachstum von 0,3 Prozent. Sie hatte unter anderem darauf verwiesen, dass die Weltwirtschaft noch nicht wieder richtig in Schwung gekommen sei.

Auch EU-Kommission blickt pessimistischer auf Deutschland

Auch nach einer Prognose der EU-Kommission wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr langsamer wachsen als zuletzt erwartet. In einer am Mittwoch vorgelegten Schätzung der Brüsseler Behörde prognostiziert sie der größten Volkswirtschaft der EU für 2024 nur noch ein minimales Wachstum von 0,1 Prozent. Als Gründe werden etwa eine schwache Auslandsnachfrage, ein schleppender privater Konsum und zu geringe Investitionen genannt. Zuletzt hatte die Kommission der Bundesrepublik für 2024 ein Wachstum von 0,3 Prozent vorausgesagt.

Die Teuerung in Deutschland wird sich nach der Prognose des Sachverständigenrats weiter verlangsamen. Die „Wirtschaftsweisen“ rechnen in diesem Jahr mit einer Inflationsrate von 2,4 Prozent und 2025 mit einer von 2,1 Prozent. Im nächsten Jahr dürfte die deutsche Volkswirtschaft laut Prognose um 0,9 Prozent wachsen. Die Bundesregierung erwartet ein Wachstum von Prozent.

Laut Prognose der „Wirtschaftsweisen“ dürften im Verlauf des laufenden Jahres der Welthandel und die globale Industrieproduktion zunehmen, davon profitierten die deutschen Exporte. Exportorientierte Unternehmen seien aber mit einem scharfen Wettbewerb, steigenden Arbeitskosten und weiterhin erhöhten Energiepreisen konfrontiert.

Streit über Wasserstoff im Güterverkehr

Die „Wirtschaftsweisen“ stellen am Mittwoch auch ein Gutachten zur Dekarbonisierung des Güterverkehrs vor – es geht darum, wie der Schwerlastverkehr klimaneutral werden kann. Darüber gibt es aber Differenzen in dem fünfköpfigen Sachverständigenrat – entsprechende Medienberichte wurden von Insidern bestätigt.

Vier Ratsmitglieder sprechen sich dafür aus, auf eine Elektrifizierung des Güterverkehrs zu setzen. Eine andere Meinung hat dagegen Veronika Grimm: Sie hält einen Fokus nur auf Elektromotoren für falsch. Auch Technologien wie die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle müssten weiter gefördert werden.

Autoindustrie unterstützt Grimm

Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, sagte: „Um die Klimaneutralität im Verkehr zu realisieren, müssen die Potenziale aller zur Verfügung stehenden Technologien ausgeschöpft werden. Batterieelektrische Antriebe spielen dabei die entscheidende Rolle, flankiert von Wasserstoff sowohl für den Einsatz in der Brennstoffzelle als auch mit Blick auf die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen für die Defossilisierung des Fahrzeugbestands.“

Gerade im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge müsse auch der Brennstoffzellenantrieb als Teil der Technologievielfalt mitgedacht werden. „Grundsätzlich gilt: Es wäre ein folgenreicher Fehler, auf dem Weg in die klimaneutrale Mobilität eine Technologie vorab politisch auszuschließen“, sagte Müller.

Um Grimm gab es bereits vor ein paar Monaten Aufregung: Grund war, dass die Ökonomin ein Aufsichtsratsmandat beim Energiekonzern Siemens Energy antrat. Die anderen vier „Wirtschaftsweisen“ sahen darin einen Interessenkonflikt und forderten Grimm auf, entweder auf das Mandat bei Siemens Energy oder auf ihren Posten im Sachverständigenrat zu verzichten. (dpa)

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

1 Kommentar
  1. Maria_Müller sagt

    Warum ist die Konjunkturprognose für 2024 so stark gesenkt worden? Gibt es spezifische Gründe für die Wachstumsschwäche in der deutschen Wirtschaft?

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